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Erstattung der Mehrwertsteuer:

Wer regelmäßig Einnahmen mit seiner Solaranlage erzielt, unterliegt als Unternehmer der Umsatzsteuer. Der PV-Anlagenbetreiber kann, sofern er über eine Steuernummer verfügt, vom Finanzamt auf Antrag die Vorsteuerabzugsberechtigung erlangen. In diesem Fall erhält er die gezahlte Umsatzsteuer auf den Erwerb und alle Nebenkosten seiner Anlage zurück. Auf die Einspeisevergütung muss er als Unternehmer nun seinerseits die Umsatzsteuer erheben und diese an das Finanzamt abführen.

Die Einkünfte aus Stromverkauf sind Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Bei der jährlichen Steuererklärung geben Sie nun alle Einnahmen, also die Einspeisevergütungen plus Mehrwertsteuer, abzüglich allen Ausgaben für Versicherung, Service, Wartung etc., die Sie im Zusammenhang mit Ihrem Solarstromsystem erzielt haben an. Die Mehrwertsteuer wird mit ihrer jährlichen Steuererklärung verrechnet. In einer jährlichen Gewinn-Verlust-Rechnung wird bilanziert, ob ein Gewinn erwirtschaftet wurde, oder ob auf Grund der Abschreibung ein Verlust entstanden ist. Für detaillierte Informationen wenden Sie sich bitte zusätzlich direkt an ihr Finanzamt oder an ihren Steuerberater.

Abschreibungen
Wird mit der Anschaffung und dem Betrieb einer Photovoltaikanlage eine Gewinnerzielungsabsicht verfolgt, und ist sie erkennbar, so wird die Investition über einen Zeitraum von 20 Jahren abgeschrieben. Die jährliche Steuerlast des Investors wird damit reduziert. Der Investor kann zwischen linearer und degressiver Abschreibung (evtl. auch Sonderabschreibung) wählen.

Lineare Abschreibung (AfA)
Die lineare Abschreibung ist die gebräuchlichste und einfachste Abschreibungsmethode (steuerrechtliche Regelmethode). Sie ist anwendbar auf alle beweglichen und unbeweglichen Wirtschaftsgüter.

Wie funktioniert's? Im Grunde ganz einfach:

Man nimmt den Bemessungswert des Gutes und teilt diesen durch die Nutzungsdauer. Schon erhält man den Abschreibungsbetrag, mit welchem man Jahr für Jahr abschreibt. Dabei ist zu beachten, dass jedes Jahr immer der selbe Abschreibungsbetrag vom Restwert des Gutes abgeschrieben wird. Am Ende der Nutzungsdauer hat das Gut dann einen Wert von 0 €.

Nutzungsdauer der Photovoltaikanlage 20 Jahre
Jährlicher Abschreibungssatz beträgt 5 % der gesamten Anschaffungskosten (Bemessungswert)

Degressive Abschreibung
Im Gegensatz zur linearen Abschreibung wird bei der degressiven Abschreibung nur im ersten Jahr der Abschreibungsbetrag auf Basis der Anschaffungskosten errechnet. In den darauf folgenden Jahren wird der Abschreibungsbetrag aus dem Restbuchwert des Anlagegutes errechnet, so dass die Abschreibungsbeträge von Jahr zu Jahr kleiner werden (logisch, denn der Restbuchwert wird ja auch von Jahr zu Jahr kleiner). Bei der degressiven Abschreibung bleibt zum Nutzungsende ein Restbuchwert stehen.

Nutzungsdauer der Photovoltaikanlage 20 Jahre
Jährlicher Abschreibungssatz beträgt jeweils 10 % vom Restwert

Die degressive Abschreibung hat gegenüber der linearen Abschreibung den Vorteil, dass die Abschreibungsbeträge in den ersten Nutzungsjahren sehr viel höher sind. Sie bietet sich somit vor allem für Anlagegüter an, in denen durch wirtschaftliche und technische Entwicklungen in den ersten Jahren mit hohen Wertminderungen zu rechnen ist.

Sonderabschreibung
Wenn Sie ein Wirtschaftsgut gekauft haben, für das Sie zuvor eine Ansparabschreibung gebildet hatten, können Sie mit Ihrer Steuererklärung zusätzlich eine 20-prozentige Sonderabschreibung geltend machen. Dabei gibt es bei Sonderabschreibung einen Extra-Vorteil für Gründer. Denn für Anschaffungen im 1. Jahr als Selbstständiger können Sie eine Sonderabschreibung auch ohne vorherige Ansparabschreibung vornehmen.

Innerhalb der ersten 5 Jahre können 20 % Sonderabschreibung genutzt werden.
Voraussetzung kann z.B. eine Ansparabschreibung im Jahr vor der Anschaffung sein.

Gewerbesteuer
Für Personengesellschaften gilt ein jährlicher Freibetrag für den steuerlichen Gewinn in Höhe von 24.500 EUR pro Jahr. Die meisten Solaranlagen sind damit nicht gewerbesteuerpflichtig! Hinsichtlich der steuerlichen Betrachtung bzw. Auswirkung sollte das Finanzamt oder ein Steuerberater konsultiert werden.

Mehr Infos
Für detaillierte Information über die jeweils aktuelle steuerliche Gesetzgebung, wenden Sie sich bitte an ihr Finanzamt oder ihren Steuerberater.